Oliver Lierss
Verpackt in eine spannende Geschichte soll dieses Buch den sich immer mehr ausbreitenden Sozialdarwinismus in großen Teilen der Weltbevölkerung anprangern. In Wirtschaft und Regierung fast aller Industrienationen wird diese Entwicklung nicht mehr nur gefördert, sondern als selbstverständliche Voraussetzung im Kampf um den Fortschritt hingestellt. Zwischenmenschliche Beziehungen, die diesem Ziel keine Rechnung tragen, werden durch immer massivere Maßnahmen unterbunden. Konsum und Entwicklung sind zu den beherschenden Themen in fast allen Kulturkreisen geworden. Niemand fragt mehr nach dem Ziel, das es zu erreichen gilt. Aber hat eine solche Entwicklung überhaupt ein Ziel? Es gab schon sehr viele Hochkulturen in der Geschichte der Menschheit. Gescheitert sind sie letztendlich alle daran, ein undefiniertes Ziel über den Wert des Lebens gestellt zu haben. Immer neue wissenschaftliche Erkenntnisse drängen den Glauben an den Wert des Lebens in eine winzige Ecke. Ohne einen solchen Glauben aber wird der Mensch als eigenständiges, verantwortungsbewusstes und mit anderen mitfühlendes Wesen aufhören zu existieren.
Dem aufmerksamen Leser dieses Buches werden viele Personen und Institutionen sehr bekannt vorkommen. In der Tat orientiert es sich in weiten Teilen an realen Vorkommnissen. Wobei allerdings die Gefahr besteht, dass Persönlichkeitsrechte verletzt werden können, sind die entsprechenden Namen geändert worden.
Obwohl das Buch darauf angelegt ist, ein wenig über ein Thema nachzudenken, welches die verschiedensten Philosophien in sich birgt, möchte ich für mich, den Autor dieses Buches, einen klaren Standpunkt festlegen. Von allen anderen Lebewesen unterscheidet sich der Mensch durch etwas, das ihn wirklich einzigartig macht. Seine Moral. Geprägt vor allem durch die verschiedenen Religionen dieser Welt. Oft scheint es der heutigen Gesellschaft Spaß zu bereiten, Löcher in alle religiösen Lehren zu schießen. Das fällt in einer Welt, in der nur noch das Beweisbare zählt, auch nicht mehr sonderlich schwer.
Aber wenn der letzte Vorhang fällt, dann fällt mit ihm auch unsere Moral. Dann herrscht unter den Menschen das gleiche Prinzip wie in der Tierwelt :
' das Recht des Stärkeren ' .
Dieses Prinzip hat Darwin sehr wohl erkannt, wollte es aber wohl niemals 1:1auf den Menschen angewandt sehen. Dennoch legte er mit seinen Theorien den Grundstein für andere, die nach ihm kamen und aus seinen wissenschaftlichen Abhandlungen Ideologien formten, die Schreckliches zur Folge hatten. Das Dritte Reich mit seinem Nationalsozialismus war nur einer der Auswüchse, die daraus entstanden. Hitler und seine willigen Helfer wurden gestoppt. Was aber, wenn es dazu schon zu spät gewesen wäre? Wie sähe die Welt wohl heute aus? Wie viel Platz würde wohl eine Eliterasse noch für andere lassen?
Abschließend sei aber erwähnt, dass selbstverständlich auch all denen, die dieses Buch ausschließlich dazu nutzen wollen, sich auf hoffentlich spannende Weise zu unterhalten, dies von Herzen gegönnt und auch gewünscht ist. Denn einen Anspruch möchte dieses Buch natürlich erfüllen:
ein packender Thriller sein.